DARMSTADT.
Der Streit um den Museumsbau auf der Darmstädter Mathildenhöhe geht weiter. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Stadtparlament hat den Magistrat wegen des Vorgehens beim Museum Sander kritisiert. ,,Die Bürgerbeteiligung ist bei der Magistratsvorlage missachtet worden", schreiben die Grünen in einer am Dienstag eingereichten Großen Anfrage. Die Mathildenhöhe sei der ,,markanteste Identitätsort unserer Stadt". Diese Identität könne nicht im ,,anonymen Hauruckverfahren" entwickelt werden, heißt es darin. ,,Expertenbewertungen sind unverzichtbar, die Ansicht der Bürgerschaft aber auch." Das Stadtparlament hatte im September 2009 der Vergabe des Grundstückes in Erbbaurecht zum Zweck des Museumsbaus zugestimmt. Damals hatten die Grünen der Vorlage noch zugestimmt, Gegenstimmen kamen nur von Uwiga und Uffbasse.
Für Hildegard Förster-Heldmann, stellvertretende Vorsitzende der Fraktion, ist das Vorgehen des Magistrats gleichwohl zu beanstanden. In der Anfrage erkundigen sich die Grünen unter anderem nach der Dringlichkeit, die zu einer vorzeitigen Protokollierung des Vertrages mit der Familie Sander geführt habe. ,,Weshalb", fragen die Grünen, ,,wurde die Fläche vergeben bevor die Prüfung zur ,Weltkulturerbe'-Fähigkeit abgeschlossen war?"Die Grünen beziehen sich außerdem auf ein Faltblatt des Koordinators Mathildenhöhe, dem zufolge die Stifter mit ihrem Museumsneubau einem Vorschlag der Stadt Darmstadt folgten. ,,Auf welcher Grundlage wurde dieser Vorschlag unterbreitet, welche Gremien haben darüber beraten?", heißt es in der elf Punkte umfassenden Anfrage, die auch eine Prüfung der in Rede stehenden Gemäldesammlung einfordert und fragt, weshalb die Vorlagen jeweils nichtöffentlich behandelt wurden.
Am Montagabend hatten rund 40 Darmstädter die Bürgerinitiative ,,SOS Mathildenhöhe Darmstadt" gegründet. Sie begrüßt die Stiftung eines neuen Museums, hält jedoch die Architektur und den geplanten Ort für unpassend. Quelle echo-online


